„Kokomo Sehenswürdigkeiten“ klingt für manche wie ein Werbeslogan, für mich ist es eher das leise Stöhnen einer Stadt, die sich zwischen Nostalgie und nüchternem Fortschritt hin- und herreißt. Mal ehrlich, Kokomo wurde 1855 nach einem fiktiven Indianer‑Chief benannt – ein bisschen kitschig, aber das erklärt, warum das Stadtbild immer wieder mit kleinen, fast schon ironischen Anspielungen auf das „Wilde Westen“ spielt. Die Stadt liegt im Herzen von Washington Township, Howard County, und hat dank der Eisenbahnlinien des 19. Jahrhunderts einen soliden industriellen Kern entwickelt; Delco und später die Automobilproduktion haben hier mehr als nur Staub aufgewirbelt.
Wenn du mit dem Auto anreist, folge einfach der I‑69 oder US‑31 – beide schlängeln sich praktisch durch das Stadtzentrum, sodass du kaum einen Parkplatz suchst, bevor du dich schon im Getümmel wiederfindest. Der kleine Flughafen am Stadtrand ist ein netter Bonus, falls du das Flugzeug‑Feeling magst, aber die meisten Besucher nehmen den Zug nach Indianapolis und schieben dann den Rest mit dem Mietwagen. Ich verstehe den Hype um die großen Metropolen nicht ganz, aber hier, zwischen alten Fabrikschloten und frisch renovierten Cafés, spürt man eine eigenartige Mischung aus ehrlichem Arbeitsethos und einer fast schon romantischen Sehnsucht nach etwas Größerem. Und genau das macht die „Kokomo Sehenswürdigkeiten“ für mich zu einem unterschätzten Schatz – ein Ort, der dich nicht mit grellen Lichtern überhäuft, sondern mit einer stillen, leicht zynischen Einladung, das Alltägliche zu hinterfragen.
Also, wenn du das erste Mal nach Kokomo kommst, lass mich dir gleich die Seiberling Mansion ans Herz legen – das ist mein persönlicher Lieblingsplatz, weil es aussieht, als hätte jemand ein viktorianisches Instagram‑Set aus dem 19. Jahrhundert geklaut. Ich habe dort neulich einen verregneten Nachmittag verbracht, während ich versuchte, die knarrenden Dielen zu überlisten, und plötzlich hörte ich das leise Kichern einer Gruppe von Schulklassen, die sich über die „spukenden“ Vorhänge amüsierten. Parken ist meistens ein Klacks, solange du nicht am Samstagabend mit dem ganzen Stadtzentrum gleichzeitig dort bist, dann wird das ein kleines Abenteuer.
Direkt neben dem Herrenhaus liegt das Kokomo Opal Museum, das ich eigentlich nur besucht habe, weil ich dachte, es gäbe dort ein paar glitzernde Steine zum Anfassen – und ja, das stimmt, aber das wahre Highlight ist die Geschichte, wie Kokomo einst das „Opal‑Capital“ der USA war. Ich erinnere mich, wie ich mich durch die Ausstellung schlängelte und plötzlich von einem älteren Herrn angesprochen wurde, der mir erklärte, dass er als Kind in den 70ern im nahegelegenen Minenbetrieb gearbeitet hat. Kein Witz, er konnte noch den Geruch von Staub und Schwefel in der Nase riechen, während er mir ein Stück Opal zeigte, das fast so groß war wie meine Handfläche.
Wenn du genug von Edelsteinen hast, schau dir das Kokomo Automotive Heritage Museum an. Ich verstehe den Hype um Oldtimer nicht ganz, aber hier wird das Ganze mit einer Portion lokaler Stolz serviert, die man sonst nur in kleinen Städten findet. Ich habe dort einen alten Ford Model A gesehen, der noch immer den Motorrohr‑Stempel von 1925 trug – ein echter Hingucker. Das Museum liegt praktisch am Highway, also kannst du ohne viel Aufwand ankommen; das Parken ist frei, aber die Besucherzahlen steigen schnell, wenn das jährliche „Car‑Show‑Weekend“ ansteht.
Ein kurzer Spaziergang führt dich zur Howard County Historical Society, wo du nicht nur staubige Dokumente, sondern auch interaktive Displays findest, die das Leben in Kokomo im 1800er‑Jahren nachstellen. Ich habe dort ein altes Tagebuch entdeckt, das von einem Siedler geschrieben wurde, der behauptete, er habe das erste „Kokomo‑Kaffeehaus“ eröffnet – ein Ort, den ich heute noch gerne besuche, weil das Café neben dem Museum einen erstaunlich guten Espresso serviert. Praktisch: Die Bibliothek hat kostenfreies WLAN, falls du deine Instagram‑Story live schalten willst, und das Parken ist direkt hinter dem Gebäude, wo du fast nie einen freien Platz finden musst, außer an den ersten Samstagen im Monat, wenn das „Historic Walk“ stattfindet.
Für ein bisschen frische Luft empfehle ich den Kokomo Riverfront. Ich habe dort einen sonnigen Nachmittag verbracht, während ich versuchte, ein paar Enten zu füttern – die waren jedoch nicht besonders dankbar, weil ich vergessen hatte, Brot mitzubringen und stattdessen ein paar Pommes aus dem Imbiss nebenan angeboten habe. Der Fluss ist zwar nicht riesig, aber die Promenade ist gut gepflegt, und du kannst dort kostenlos ein Fahrrad ausleihen, wenn du das Glück hast, dass das örtliche „Bike‑Share“-Programm gerade nicht ausverkauft ist. An Wochenenden gibt es oft ein kleines Straßenmusiker‑Festival, das mehr Charme hat als man von einer Kleinstadt erwarten würde.
Ein weiteres Muss ist der Kokomo Farmers Market, der jeden Samstag von 7 bis 12 Uhr im Herzen der Stadt pulsiert. Ich habe dort das beste Honigbrot meines Lebens probiert – ein lokaler Imker, der mir erzählte, dass seine Bienen nur auf den Feldern rund um Kokomo blühen, weil dort die Luft „ein bisschen süßer“ sei. Der Markt ist ein bisschen chaotisch, aber das ist Teil des Charmes; du musst nur darauf achten, dass du deine Tasche nicht zwischen den Ständen verlierst, denn die Verkäufer sind freundlich, aber sehr schnell im Handeln. Parken ist hier ein bisschen knifflig, weil die meisten Plätze von den Marktbesuchern besetzt werden, aber ein paar freie Plätze findest du immer noch ein paar Blocks weiter, wenn du bereit bist, ein paar Minuten zu laufen.
Und weil ich ja gerade beim Thema „Kokomo Sehenswürdigkeiten“ bin, darf ich nicht vergessen, das Kokomo Community Center zu erwähnen, das nicht nur ein Schwimmbad hat, sondern auch ein Eisbahn im Winter. Ich habe dort einmal versucht, ein paar Pirouetten zu drehen, und bin prompt von einem begeisterten Eishockeyspieler abgeprallt, der mir erklärte, dass das Eis hier „immer ein bisschen schneller“ ist als in den großen Städten – ein guter Grund, um deine Skates mitzubringen, falls du das Gefühl hast, dass du ein bisschen mehr Action brauchst, als das ruhige Stadtleben zu bieten hat.
Am Ende des Tages, wenn du dich durch diese bunten Ecken gekämpft hast, wirst du merken, dass Kokomo mehr zu bieten hat, als man auf den ersten Blick vermuten würde – ein Mix aus Geschichte, Glanz und ein bisschen schrägem Charme, der dich gleichzeitig zum Lächeln und zum Augenrollen bringt. Und wenn du das nächste Mal an einem dieser Orte vorbeischlendest, denk dran: Ich war hier schon, und ich habe das alles überlebt, also kannst du das auch.
Ich habe meine erste echte Entdeckungstour außerhalb des Kokomo‑Zentrums an einem lauen Samstagmorgen am Greentown Lake gestartet – ein kleiner, aber feiner See, der sich wie ein verstecktes Juwel zwischen Feldern und Maisreihen versteckt. Das Wasser ist klar genug, dass man beim Angeln fast das Gefühl hat, einen Fisch mit bloßem Auge zu sehen. Ich habe mein altes Kajak ausgepackt, weil das Parken dort fast immer ein Klacks ist, solange man nicht zur Hochsaison am Sonntagabend kommt – dann stapeln sich die Autos wie in einer schlechten Sitcom. Der Weg zum See führt über die County Road 300, ein kurzer Schlenker nach Norden von der US‑31, und das Schild „Greentown Lake“ ist kaum zu übersehen, weil es von einem riesigen, leicht schiefen Holzschild gekrönt wird, das mehr Charme als Präzision ausstrahlt.
Ein kurzer Abstecher nach Milan brachte mich zum Milan High School Football Museum, das ich eigentlich nur aus dem Film „Rudy“ kannte. Ich muss zugeben, ich verstehe den Hype um das kleine Städtchen nicht ganz, aber das Museum ist ein echter Schatz für jeden, der ein bisschen Nostalgie und jede Menge Staub aus den 1950er‑Jahren mag. Die Vitrinen sind voll mit abgenutzten Lederhelmen, vergilbten Trikots und einer originalen Trophäe, die das „Milan Miracle“ feiert. Ich habe dort ein altes Foto entdeckt, das meine Großtante aus den 60ern zeigt – ein unbeabsichtigter Familiennachweis, dass ich nicht der Einzige bin, der hierher kommt, um die Vergangenheit zu schnuppern. Das Parken ist ein bisschen knifflig, weil das Museum in einer ehemaligen Turnhalle liegt, aber ein kleiner Seitenweg führt zu einem freien Parkplatz, der meistens noch Platz hat, solange man nicht zur Schulzeit kommt.
Weiter nördlich, fast ein Stückchen aus der Zeit gefallen, liegt das Wabash‑und‑Erie‑Kanal‑Park in Peru. Ich habe das alte Schleusensystem gesehen, das noch immer leise vor sich hin plätschert, als wolle es uns daran erinnern, dass hier einst das Rückgrat des Handels lag. Der Park ist ein perfekter Ort, um ein Picknick zu machen, während man den Klang von Kanu‑Ruderern im Hintergrund hört. Ich habe dort einen alten Führer getroffen, der mir erzählte, dass er als Kind hier im Schlamm gespielt hat – ein bisschen Romantik, die man selten in modernen Freizeitparks findet. Das Parken ist ein offenes Feld, das im Sommer schnell voll wird, also besser früh kommen, sonst muss man das Auto am Rand der Straße abstellen und einen kurzen Fußweg in Kauf nehmen.
Ein kleiner Umweg nach Delphi brachte mich zum Delphi Fossil Museum, das sich in einem ehemaligen Bankgebäude versteckt. Ich war skeptisch, ob ein Museum in einer Kleinstadt wirklich etwas zu bieten hat, aber die Sammlung von Devonian‑Fossilien ist schlichtweg beeindruckend. Ich habe ein fast vollständiges Fischskelett gesehen, das so alt ist, dass es fast schon ein Stück Geschichte ist, das man anfassen kann. Der Museumsleiter, ein begeisterter Paläontologe, hat mir erklärt, dass die Fossilien aus dem nahegelegenen Fossil‑Feld stammen, das jedes Jahr von Hobby‑Geologen besucht wird. Das Parken ist ein kleiner Parkplatz hinter dem Museum, der meistens leer ist, solange man nicht am Samstagvormittag kommt, wenn die Schulklassen dort ihre Exkursionen haben.
Zum Abschluss meiner kleinen Rundreise habe ich mich an den Indiana Beach am Lake Shafer gewagt – ein klassischer Vergnügungspark, der trotz seiner etwas abgenutzten Achterbahnen immer noch ein Lächeln auf mein Gesicht zaubert. Ich habe dort ein paar Runden auf der „Blue Streak“ gedreht, die zwar nicht die modernste Technik bietet, aber dafür ein echtes Gefühl von Freiheit vermittelt, das man in den meisten modernen Freizeitparks vermisst. Der Eintritt ist nicht billig, aber das Parken ist ein riesiger, offener Parkplatz, der fast immer genug Platz hat, solange man nicht am langen Wochenende anreist. Der Weg führt über die US‑31, dann rechts ab nach Monticello – ein kurzer Stopp an einem Schild, das „Welcome to Indiana Beach“ verkündet, und man ist mitten im bunten Chaos.
Wenn du also das Gefühl hast, dass Kokomo mehr zu bieten hat als nur Industrie und Asphalt, dann schau dir diese Umgebung an – von stillen Seen über historische Fußballtempel bis hin zu prähistorischen Schätzen und nostalgischen Vergnügungsparks. Die Vielfalt der Umgebung macht jede Fahrt zu einem kleinen Abenteuer, und das ist genau das, was ich an den Kokomo Sehenswürdigkeiten liebe: Sie sind nicht perfekt, aber sie sind echt, und das ist mehr wert als jede perfekt inszenierte Tour.
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